So beeinflussen Reisemotive eure Urlaubsplanung
Eure Motivation zu reisen oder Urlaub in der Ferne zu machen, wird immer durch ein Motiv geleitet. Dieser Beitrag animiert euch zu einer Tour in die Tiefen eurer Reisemotive.
Reisen zieht viele von euch in ihren Bann. Ihr zieht los, um etwas von der Welt zu sehen, Freundschaften zu schließen und um über sich hinaus zu wachsen. Doch habt ihr euch schon einmal die Frage gestellt (und eine Antwort gefunden), warum ihr überhaupt reist? Achtet ihr darauf, wie ihr reist und habt ihr schon einmal analysiert, ob eure Reiseart dem Massentourismus oder dem sanften Tourismus am nächsten ist?
Falls ihr dies noch nicht getan habt, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt dafür! Nehmt euch einen Moment Zeit und überlegt, was euch antreibt. Legt mit eurem bewussten Reisestil einen wichtigen Grundstein. Ein nachhaltiger Grundstein bildet die Basis dafür, auch noch reisen zu können, wenn ihr in 15 Jahren eine Weltreise plant oder mit euren zukünftigen Enkelkindern in den Urlaub fahren wollt.
Das gibt es bei der nachhaltigen Urlaubsplanung zu beachten
Sobald ihr euere Reisemotive kennt, geht es an die Planung. Es gibt einige Dinge zu beachten, bevor ihr euch sorglos auf den Weg begeben könnt. Mithilfe dieser Grafik könnt ihr euch orientieren:
Alle Reisemotive im Überblick
Die folgende Liste enthält viele inspirierende Reisemotive. Wahrscheinlich erkennt ihr euch in vielen Punkten wieder, doch möglicherweise fehlt euer ganz persönliches Reisemotiv noch. Schreibt also gerne in die Kommentare, warum ihr auf Reisen geht. Die Liste wird dann regelmäßig erweitert. Findet eure Reisemotive, damit ihr zukünftig bewusst und nachhaltig reisen könnt.
Atemberaubende Natur
Kennt ihr die atemberaubenden Naturwunder innerhalb Europas? Falls nicht, wird es Zeit diese zu entdecken, bevor es euch auf andere Kontinente zieht. Die Entdeckung der Schönheit und des Besonderen startet mit Alpengletschern, geht über die Kreidefelsen auf Rügen und den roten Sandstein der Sentier des Ocres in der Provence bis zur Wanderdüne von Pilat. Auch Vulkane, Geysire und einen letzten verbliebenen Urwald könnt ihr besuchen, ohne Europa verlassen zu müssen.
Fremde Kulturen entdecken

Kaum etwas, das ihr auf Reisen sehen könnt, ist noch unentdeckt. Dafür seid ihr also bereits zu spät. Allerdings könnt ihr diese Kulturen zumindest theoretisch kennenlernen. Doch habt ihr euch schon einmal so lange an einem Ort aufgehalten, um die Kultur wirklich zu verstehen? Um die Kultur wirklich zu verstehen. Tretet mit Menschen in Kontakt und befragt sie zu ihren Meinungen, ihren Gewohnheiten, ihren Ritualen, ihrer Religion und ihren Besonderheiten. Verbringt Zeit mit ihnen und versteht ihren Kulturkreis. Das ist während einer zwei-wöchigen Reise kaum möglich, weshalb dieses Reisemotiv nur bedingt zählt.
Wenn ihr es jedoch wirklich ernst meint, könnt ihr bereits vor eurer eigenen Haustür damit beginnen. In Deutschland treffen viele verschiedene Kulturkreise aufeinander, von denen ihr einige höchstwahrscheinlich bereits in eurer direkten Nachbarschaft finden könnt. Sprecht Angehörige anderer Kulturen höflich an und tauscht euch mit ihnen aus.
Günstiges Preisniveau eines Reiseziels
Wer weniger bezahlt, kann länger reisen. So lautet eine Theorie unter Urlaubern und Urlauberinnen, die häufig nicht zu Ende gedacht wurde. In vielen Fällen beanspruchen die Kosten eines Fernflugs eure Ersparnisse vor Ort und manchmal zahlt ihr sogar mehr. Attraktiver wird dieser Gedanke jedoch, wenn sich euer Reiseland in der Nähe befindet. Schaut Richtung Osten und erkundet viele Staaten Osteuropas mit einem geringen Budget. Lohnenswerte Reiseziele mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis sind zum Beispiel Polen, Rumänien und die Ukraine.
Fernbeziehung
Eine Fernbeziehung präferieren vermutlich die wenigsten von euch. Sie rauben euch Freizeit und veranlassen euch viel Zeit in emissionsbringenden Fortbewegungsmitteln zu sitzen, um eure Liebste oder euren Liebsten endlich wieder zu sehen. Es handelt sich um ein Dilemma, das ohne Jobwechsel und Umzug unlösbar ist. Außer ihr seht euch gar nicht mehr. Einen nachhaltigen Ansatz könnt ihr jedoch verfolgen, wenn ihr euch zwar seltener, dafür aber länger besucht. Trefft euch also lieber eine Woche am Stück, statt an jedem Wochenende. Durch diese Taktik verschwendet ihr weniger Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln und die Zeit mit eurem Partner oder eurer Partnerin empfindet ihr intensiver und qualitätsvoller. Es lohnt sich auszuprobieren!
Events und Konzerte
Euer Lieblingsinterpret spielt nur in einer anderen Stadt? Das ist natürlich besonders bei Stars ungünstig, die nur selten auf Tour gehen. In allen anderen Fällen, haltet ihr es vielleicht noch etwas aus, bis das Konzert in eurer Region stattfindet. Wenn nicht in diesem Jahr, dann möglicherweise im nächsten Jahr. Bei Festivals und anderen Events gilt es darauf zu achten, rücksichtsvoll mit euren Müll umzugehen. Achtet außerdem darauf, dass bei dem Event keine Anwohner/innen belästigt werden und ausreichend Abstand zu geschützten Naturgebieten eingehalten wird. So könnt ihr euren Konzert- und Eventbesuch nachhaltig gestalten.
Besinnung und Selbstfindung

Die Natur präsentiert sich als die perfekte Umgebung für Besinnung und Selbstfindung. Besucht Orte, an denen ihr ruhige Stunden an der frischen Luft verbringt und körperlich aktiv werdet. Weit reisen müsst ihr dafür garantiert nicht. Die Entfernung zu einem Reiseziel spielt eine absolut untergeordnete Rolle, wenn ihr den Weg zu euch selbst finden möchtet. Viel wichtiger erscheint nämlich die Frage nach dem Wie und nicht nach dem Wo. Ausgezeichnet eignen sich daher Wanderungen und Rad- oder Kajaktouren, die ihr direkt vor eurer Haustür starten könnt.
Dreh- und Spielorte aus Büchern und Filmen besuchen
James Bond, Harry Potter und der Hobbit Bilbo Beutlin kennen die scheinbar schönsten Orte auf diesem Planeten. Daher verwundert es kaum, dass einige von euch die Orte ihrer Helden mit eigenen Augen sehen möchten und sich daraus ein Reisemotiv entwickelt. Oftmals werden Touren angeboten, die zu den Dreh- und Spielorten fiktiver Handlungen führen. In einigen Fällen fördern diese Angebote jedoch auch den Massentourismus. Als konkretes Beispiel lässt sich Dubrovnik, bekannter Drehort von Games of Thrones, nennen. Viel mehr als kleine Infotafeln mit Bezug zum jeweiligen Buch oder Film findet ihr selten vor. Manchmal seid ihr beim Anblick eines Spielortes auch enttäuscht, da die digitale Nachbearbeitung zu viel verändert hat oder das Geschehen in eurer Fantasie viel schöner war. Belasst es daher doch am besten beim Schauen und Lesen einer Geschichte und lasst eurer Fantasie freien Lauf.
Abwechslung
Routine und Gewohnheiten dauerhaft zu brechen, gestaltet sich als harte Arbeit. Wenn es euch im Urlaub gelingt, eine unerwünschte Gewohnheit abzulegen: Fantastisch! Wenn diese Anstrengung dauerhaft anhält: Glückwunsch! Falls ihr nach dem Urlaub wieder ins gewohnte Muster verfallen seid: Versucht es einfach noch einmal! Doch egal in welchem Punkt ihr euch wiederfindet, stellt sich die Frage, ob dafür wirklich eine Reise nötig war. Vermutlich wärt ihr genauso erfolgreich (oder eben auch nicht) gewesen, wenn ihr die Stellschrauben direkt in eurem Alltag angepasst hättet. Den alten Gewohnheiten nach der Reise erneut zu verfallen, begründet ein ernstzunehmendes Risiko. Warum also nicht unmittelbare Taktiken entwickeln? Urlaube sind meist von geringer Dauer, weshalb sie sich selten dazu eignen, Routinen dauerhaft zu ändern. Kurzweilige Abwechslung erreicht ihr auch durch Tagesausflüge in eurer Nähe.
Prestigegewinn
Die Zeiten von „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ neigen sich dem Ende entgegen. Viel wichtiger erscheint es in der heutigen Zeit besonders häufig und weit gereist zu sein, vor Ort den coolsten Extremsport ausgeübt zu haben und im schönsten und teuersten Airbnb der Stadt genächtigt zu haben. Es handelt sich um Ziele einer typischen Erlebnisgesellschaft. Braucht ihr so einen Status, um anerkannt und glücklich zu sein? Vermutlich nicht! Seid euch bewusst, warum ihr reist. Findet heraus, ob euch eure Art des Reisens Freude bereitet oder ob es euch nur für den nächsten Instagram-Post und ein bisschen Angeberei vor euren Freunden und Freundinnen in die Ferne zieht.
Freundschaft
Freunde und Freundinnen sind etwas Wunderbares. Sie bringen euch zum Lachen, sie inspirieren euch, sie beraten und unterstützen euch und sie freuen sich auf euch, wenn ihr sie besucht. Leider kommt dies viel zu selten vor, wenn es eure Teile eures Freundeskreises in die weite Welt verschlagen hat. Das Leben eines jeden einzelnen funktioniert nach ganz eigenen Regeln. So sorgen Ausbildung, Job oder die Liebe für Entfernungen und ein Reisemotiv zwischen befreundeten Menschen.
Fühlbar geringer wird die Distanz durch regelmäßigen Kontakt. Wöchentliche Telefonate lassen euch möglicherweise vergessen, wie lange ihr euch schon nicht mehr persönlich getroffen habt. Wenn es dann endlich wieder so weit ist, nehmt euch die Zeit, ein paar Tage länger zu bleiben. Wenn ihr gleichzeitig mit landgebundenen öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, empfindet ihr euren Besuch noch intensiver.
Aus Fremden werden Freunde

Ein schöner Aspekt des Reisens ist es, neue Bekanntschaften zu schließen. Manchmal entwickeln sich diese Bekanntschaften auch zu Freundschaften. Falls dies auf euch zutrifft, steigt die Wahrscheinlichkeit den neuen Freund oder die neue Freundin erneut treffen zu wollen und hier hilft regelmäßiger digitaler Kontakt. In eurem direkten Umfeld profitiert ihr übrigens am meisten von einer Freundschaft. Legt den Fokus daher auf eure Region. Wenn eure neuen Freunde und Freundinnen in der Nähe wohnen, könnt ihr häufiger Tagesausflüge zu ihnen unternehmen und eure Ambitionen weite Reisen zu unternehmen minimieren sich automatisch. Solche Freundschaften sind auf allen Ebenen nachhaltig.
Die Suche nach dem Glück
Schon seit Jahrhunderten suchen furchtlose Ritter und gebrochene Seelen nach dem Glück. Einige haben es gefunden und einige nicht. Einige fanden es in der Ferne und andere fanden es in der Nähe. Die Frage, was glücklich macht, ist ähnlich undefiniert, wie die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Was euch glücklich macht, müsst ihr selbst herausfinden. Beweist anderen Glücksrittern, dass ihr es in der Nähe finden könnt. Mit viel Bewegung und einer Prise Meditation werdet ihr dieses Ziel erreichen. Spaziert durch den Wald, setzt euch an einen See oder wandert entlang eines Flusses und definiert euren persönlichen Ausdruck von Glück.
Sprachen lernen und praktizieren
Es steht außer Frage, dass ihr eine Sprache am besten lernen und praktizieren könnt, wenn ihr euch mit Muttersprachlern unterhaltet. Allerdings müssen diese nicht zwangsweise in Kanada oder Spanien wohnen. Wenn die Sprache nicht allzu ausgefallen ist, könnt ihr sicherlich einen Muttersprachler/eine Muttersprachlerin in eurer Stadt ausfindig machen, die euch voller Herzblut ihre Heimatsprache beibringen. Dafür eigenen sich auch Tandem-Cafés gut, in denen regelmäßige Treffen für Sprachbegeisterte organisiert werden. Rechnet es einmal durch: Ganzjährig zwei Stunden in der Woche Muttersprachler/-innen zu treffen, bietet denselben Kommunikationszeitraum, wie eine sechs-tägige Reise in ein anderes Land.
So findet ihr Tandem-Partner
Falls es keine Tandem-Treffen in eurer Nähe gibt, könnt ihr von einer globalisierten Welt profitieren. Die Verbindung nach Amerika oder Asien lässt sich via Facetime, Zoom, Skype & Co. blitzschnell aufbauen, sodass euch sämtliche Sprachen dieser Erde zur Verfügung stehen. Auch über die App Tandem könnt ihr digitale Tandempartner finden. Probiert es gleich einmal aus!
Das reicht euch immer noch nicht? Dann plant einen Langzeitaufenthalt in einem Land eurer Wahl. Es existieren unzählige Möglichkeiten, einen solchen Aufenthalt mit Leben zu füllen. Eine kurze Auswahl besteht aus einem Auslandssemstern, „Work & Travel“-Aufenthalten, Auslandspraktika oder einem kompletten Jobwechsel.
Dem Alltag entfliehen

Einen stressigen Alltag habt ihr vermutlich alle schon einmal erlebt. Die nächste Klausur in der Uni, der erwartete Pitch im Büro oder das kommende Familientreffen bei euren Großeltern ruft – und das alles in derselben Woche. Wer möchte da nicht schnell die Koffer oder einen Rucksack packen und verschwinden? Der Vorschlag: Macht es doch einfach! Überlegt euch nur, ob ihr dem Alltagsstress am nächstgelegenen Badesee oder in einem Ferienhaus im Harz nicht ähnlich gut entfliehen könnt, wie beim Sightseeing in London oder dem Partyurlaub auf Ibiza. Es erwartet euch mehr Zeit durch eine kurze Anreise und garantiert keine lästigen Sicherheitskontrollen am Flughafen.
Langeweile
Falls ihr wirklich nur aus Langeweile reisen solltet, lautet die klare Empfehlung: Geht in euch und schaut, was euch Freude bereitet! Freie Zeit lässt sich mit so wunderbaren Dingen, wie Kunst, Musik und Sport oder auch Gaming füllen – also sämtlichen Aktivitäten, die ihr auch von zu Hause aus oder in eurer eigenen Stadt unternehmen könnt.
Passende Gesprächsthemen finden sich dann von ganz allein, wenn ihr euer Hobby mit Muße ausübt und Gleichgesinnte findet, die sich ebenfalls für eure Passion begeistern lassen. Ansonsten bieten Bücher, Reportagen und Vorträge Inspirationen für Gespräche.
Kulturelle Unterhaltung
Die neuen Medien bieten euch ein nie dagewesenes Unterhaltungsangebot. Doch auch außerhalb der digitalen Welt findet ihr viele spannende und spaßversprechende Aktivitäten. Einige dieser Aktivitäten, wie der Besuch von Museen, Schlössern und Gedenkstätten, bilden euch dabei sogar thematisch oder geschichtlich weiter. Es handelt sich also durchaus um einen wichtigen Aspekt der persönlichen Entwicklung. Trotzdem lohnt es sich, euch die folgenden Fragen zu stellen.
Was treibt euch an?
1. Besuche ich ein Museum aus Interesse oder folgt ihr einem Hype à la „Da muss man einmal gewesen sein“?
2. Interessiert ihr euch für die Geschichte einer Gedenkstätte oder sucht ihr nur nach einem spektakulären Foto, das ihr auf Social Media teilen könnt?
Achtung Fettnäpfchen
Dabei treten übrigens einige Hobbyfotografen und Hobbyfotografinnen gelegentlich in ein Fettnäpfchen, wenn sie den Kontext nicht ausreichend erfassen und womöglich ein geschmackloses Foto veröffentlichen. (Ein prominentes Beispiel ist unangebrachtes Posieren vor dem Tor eines Konzentrationslagers).
3. Bietet es euch einen Mehrwert das x-te Schloss in Europa zu besichtigen oder ähneln sie sich so sehr, dass sich ein Besuch nur noch bedingt lohnt?
4. Wo gibt es Museen, Burgen und Gedenkstätten mit ähnlichen Themenschwerpunkten in Deutschland oder sogar in eurer Region?

Tanz und Theater
Darüber hinaus gibt es in jeder größeren Stadt herausragende Theater- und Musicalvorstellungen. Häufig sogar in kleinen Theatern, die lokale Künstler fördern und das kulturelle Leben in eurer Region beständig gestalten. Regionale Theaterbühnen sind zudem einem höheren Risiko ausgesetzt, schließen zu müssen. Für diese gibt es im Gegensatz zur Wiener Staatsoper, dem Bolschoi Theater in Moskau oder der Metropolitan Opera in New York eine deutlich geringe Chance auf eine finanzielle Rettung durch die Budgets öffentlicher Behörden, wenn sie sich in einer finanziell angespannten Situation befinden. Unterstützt daher lieber ein Theater in eurer Umgebung, bevor ihr nach New York oder Sydney jettet. Ein regionales Theater könnt ihr jederzeit wieder besuchen, während ihr eine Vorstellung im Sydney Opera House vermutlich nur ein einziges Mal anschauen werdet.
Das Wetter
Deutschland oder auch Österreich und die Schweiz sind durch ihre Lage in der gemäßigten Klimazone eher selten mit allzu warmen Temperaturen und vielen Sonnenstunden gesegnet. Zumindest im Vergleich zu anderen Regionen dieses Planeten. Daher packen viele von euch regelmäßig die Koffer und Rucksäcke, um euch auf die Suche nach Wärme und Sonnenschein zu begeben.
Das Wetter ist also durchaus ein weit verbreitetes Reisemotiv. Doch wann verreist ihr eigentlich vorwiegend in südlichere Regionen? Etwa im Sommer? Ausgerechnet in der Zeit des Jahres, in der es selbst in Deutschland angenehm warm ist? Natürlich, es ist die Hauptreisezeit, doch versucht einmal außerhalb der Hauptsaison zu reisen. Der klimatische Unterschied zum heimischen Wetter wird größer, die Preise günstiger und die gesamte Reise entspannter, da ihr auf weniger Touristinnen und Touristen trefft. In eurem Sommerurlaub könnt ihr stattdessen die weiten Strände Norddeutschlands, die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum der Republik oder die idyllischen Flussläufe von Elbe, Rhein und Mosel erkunden.
Vorteile in der Nebensaison
Sobald die Nebensaison angebrochen ist und es euch gen Süden verschlägt, könnt ihr Ziele auswählen, die über den Landweg erreichbar sind. In viele Regionen des Mittelmeerraums bestehen hervorragende Verbindungen mit Zügen und Fernbussen. Somit ist es sehr leicht, Frankreich, Italien, Kroatien und sogar Spanien in nur einem Tag oder einer Nacht zu erreichen. Wenn ihr dann auch noch versucht, Gegenden mit Massentourismus zu vermeiden, steht eurer nächsten stressfreien Reise nichts mehr im Weg.
Das Reisemotiv eine andere Klimazone besuchen zu wollen, lässt sich vermutlich nicht ganz so leicht auf Landreisen in Europa beschränken. Im Wesentlichen besteht dieser Kontinent nämlich aus der gemäßigten Klimazone, die durch subpolare Umgebungen im nördlichen Skandinavien und subtropischen Regionen im Mittelmeerraum ergänzt wird. Regenwald existiert in Europa nicht, Sandwüsten machen sich ebenfalls rar und vieles andere lässt sich trotzdem auf unserem relativ kleinen Kontinent finden. So könnt ihr beispielsweise Wüsten in Spanien, Vulkane in Italien, Steppen in Ungarn, Hochgebirge in der Schweiz und Norwegen, feine Sandstrände in Portugal und Wälder direkt in Deutschland oder Schweden erleben. Einen (Fern-) Flug könnt ihr bei einer solchen Reise erfolgreich vermeiden.
Den persönlichen Horizont erweitern
Inspiration kann aus vielen Situationen gewonnen werden. Es ist ganz gleich, ob ihr Geschriebenes, Gesehenes oder Gehörtes inspirierend findet. Sobald ihr eure Augen öffnet und eure Umgebung bewusst seht oder eure Augen schließt und diese über andere Sinne wahrnehmt, wartet die Inspiration bei jeder Gelegenheit auf euch. Lasst euch nur darauf ein. Denkt weiter und beginnt Gespräche mit Personen unterschiedlicher Gesellschaftskreise. Besonders exotische Inspirationen gelangen ebenfalls durch eine moderne Medienwelt zu euch. Reportagen, Interviews und Soziale Medien erweisen sich als zuverlässige Inspirationsstifter.

Nachdem ihr aus der einen oder anderen Inspiration einen persönlichen Gewinn ziehen konntet, geht es darum, was ihr daraus gemacht habt. Erfahrungen sind ein wichtiges Gut und kommen im Wesentlichen von ganz allein. Ihr müsst lediglich älter werden und gelegentlich etwas ausprobieren. Je mehr ihr ausprobiert, desto erfahrener werdet ihr. Klingt nach einer simplen Gleichung. Aus fast allen Erfahrungen zieht ihr einen persönlichen Nutzen, doch umso besser ist es, wenn andere Menschen auch davon profitieren. Probiert daher unterschiedliche Jobs aus und engagiert euch ehrenamtlich. Beim Reisen erlangt ihr die meisten Erfahrungen, wenn ihr unkonventionelle Reisearten und Transportmittel über Land ausprobiert. Informiert euch über solche unkonventionellen Reisestile in der Rubrik Reiseplanung. Sicher ist zumindest, dass abenteuerliche Reisen euren Erfahrungsschatz am stärksten erweitern und ihr schlussendlich viele spannende Geschichten erzählen könnt.
Den Reiz schwach besiedelter Gebiete spüren
Es handelt sich definitiv um einen Drang, den Bewohner/-innen urbaner Lebensräume stärker spüren als solche, die in ländlichen Regionen beheimatet sind. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland mit 233 Einwohnern und Einwohnerinnen pro Quadratkilometer (Stand 2019) zu den dichter besiedelten Staaten dieser Erde. Euch sollte allerdings bewusst sein, dass dies nur ein Querschnitt ist und ihr während einer Reise nach Brandenburg nur 85 und in Mecklenburg-Vorpommern sogar nur 69 Bewohner/-innen pro Quadratkilometer antreffen werdet. Das entspricht in etwa den Bevölkerungsdichten des afrikanischen Kenias und des südamerikanischen Ecuadors.
Spezielle Sportarten
Für einige Sportarten braucht ihr passende Rahmenbedingungen, damit ihr den Sport ausüben könnt. Insbesondere das Meer und die Berge sind dabei teilweise unerlässlich oder nur schwierig zu ersetzen (zum Beispiel beim Segeln, Paragliden, Ski, Snowboarden, Surfen, Tauchen und vielen weiteren Sportarten). Sofern eure Passion aus einer solch speziellen Sportart besteht, werdet ihr um einige Reisen wohl nicht herum kommen. Geht diese bewusst und nachhaltig an und nehmt Rücksicht auf Flora und Fauna. Eine radikale Option besteht im Wechsel eures Wohnorts. Wenn ihr in einem geeigneten Gebiet lebt, könnt ihr eurem Lieblingssport intensiv nachgehen ohne weit zu reisen. Falls euch dies nicht möglich ist, findet ihr vielleicht auch einen Sport in eurem Wohnort, den ihr genauso gerne ausübt.
Frei sein - Was bedeutet das überhaupt?
Wie definiert ihr Freiheit, wenn ihr in einem demokratisch geführten Industriestaat lebt und euch die Welt zu Füßen liegt? Ihr dürft eure Meinung frei äußern, profitiert von einer exzellenten Gesundheitsversorgung, könnt euren Job und Wohnort wählen und frisches Trinkwasser sowie Nahrung im Überfluss sind allgegenwärtig. Für die wenigsten Menschen dieser Erde sind diese Eigenschaften selbstverständlich. Zwar profitieren viele von dem einen oder anderen, doch die wenigsten leben so frei und würdevoll, wie wir.
Freiheit hat viele Bedeutungen

Führt euch diese Tatsache immer wieder vor Augen. Erst dann bekommt ihr ein Gefühl dafür, was Freiheit wirklich bedeutet. Zugegebenermaßen können gesellschaftliche Erwartungen euren Freiheitsdrang einschränken und eure Reisemotiv beeinflussen. Sich von diesen zu lösen, gestaltet sich jedoch als realisierbare Herausforderung. Verbringt etwas Zeit in der Natur, um eure persönliche Definition von Freiheit zu bestimmen. Wenn ihr euch dessen bewusst seid, erübrigt sich eure nächste Reise vielleicht oder ihr wählt bewusst ein Reiseziel mit nachhaltigen Ansätzen auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene. Bedeutet frei sein nicht mehr, als möglichst viel und weit zu verreisen?
Ruhe genießen, um Kraft und Energie zu tanken
Kaum etwas ist stressiger, als das Warten, die Sicherheitskontrollen und die engen Sitze beim Fliegen. Demnach ist es vollkommen bedeutungslos, wie entspannt ihr euren Urlaub verbracht habt. Nach dem Rückflug fühlt ihr euch wieder ausgelaugt und der Erholungseffekt verschwindet rasant. Sucht euch daher lieber einen wirklich ruhigen Ort, um Kraft und Energie zu tanken. Am besten eignen sich Standorte in der Natur. Fernab der Städte widersteht ihr der Versuchung von Kultur- und Gastronomieangeboten, sodass ihr euch vollkommen auf euch konzentrieren könnt. Bucht euch ein Ferienhaus an der Nordsee oder im Bayrischen Wald, genießt den Komfort eines Hotels in den Alpen oder der Provence oder schlagt euer Zelt in Finnland oder Irland auf.
Mentale Freiheit gewinnen
Vielleicht kennt ihr es: Ausgelassen zu feiern und locker auf Menschen zuzugehen fällt euch leichter, wenn euch niemand kennt. Auf Reisen ist dies häufig der Fall und ihr beginnt zwischenmenschliche Beziehungen fast immer „bei null“. Das bietet euch die Chance jemanden kennenzulernen, ohne mit Vorurteilen oder Gerüchten über euch und andere konfrontiert zu sein. Ihr müsst zudem nicht darauf achten, was ihr über Menschen in eurem Bekanntenkreis sagt oder besorgt sein, „beobachtet“ zu werden. Ihr schafft euch ein Umfeld für einen unbeschwerten Lebensstil. In einem solchen Umfeld könnt ihr euch frei und ungehemmt entfalten und lernt vielleicht auch neue Seiten an euch kennen.
Noch ein bisschen mehr Freiheit
Ein weiterer Aspekt, der „mentale Freiheit“ ermöglicht, ist eine angemessene Distanz zum Alltag. Niemand von euch verschwendet im Urlaub gerne Gedanken an die Arbeit, die Uni oder zu erledigende Hausarbeit. Wirklich entspannen können viele von euch eben nur in der Ferne. Dabei muss diese Ferne gar nicht allzu weit entfernt liegen. Schon im Umkreis von 200 Kilometern werdet ihr viele sehenswerte Orte erkunden. Orte, an denen ihr den Stress des Alltags vergessen könnt und an denen euch ziemlich sicher niemand kennt. Natürlich sinkt die Wahrscheinlichkeit, bekannte Gesichter zu sehen, mit jedem Kilometer. Seid euch jedoch sicher, dass für ein Eintreten von „mentaler Freiheit“ keine Reise von abertausenden Kilometern erforderlich wird. In der übernächsten großen Stadt trefft ihr vermutlich schon genauso wenig Bekannte, wie in Südeuropa und hinter der nächstgelegenen Grenze genauso wenige, wie auf einem anderen Kontinent.
Nachhaltige Urlaubsplanung leicht gemacht
Jetzt kennt ihr euer persönliches Reisemotiv vermutlich, sodass ihr mit er Planung eures Urlaubs beginnen könnt. Freut euch auf eine bewusste Reise, wenn ihr die Aspekte der nachhaltigen Reiseplanung bestmöglich berücksichtigt. Die Infografik unterstützt euch dabei.
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