Landstraße in den Bergen mit Hinweis auf geschlossene Grenze
Das Corona-Virus wendet sich gegen die Idylle von offenen Grenzen in Europa © TF3000 - pixabay

Corona als Chance für nachhaltiges Reisen

Wie beeinflusst das Corona-Virus das nachhaltige Reisen? Aktuell wird unser Leben durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt und die Gedanken an Urlaub sind eher verschwommen. Gleichzeitig werden jedoch auch bestehende Tourismus-Konzepte hinterfragt, weshalb dieser Ausnahmezustand als Chance verstanden werden sollte. 

Eine ausgedehnte Reise habt ihr vermutlich schon seit längerer Zeit nicht mehr unternommen. Vielleicht habt ihr die ruhigere Zeit im Sommer zwischen den „Wellen“ der Pandemieentwicklung genutzt, vielleicht reicht euer letzter Urlaub auch schon ein ganzes Jahr oder länger zurück. Wie lange es auch her ist, die Sehnsucht nach dem Reisen und das Fernweh wachsen bei vielen von euch. Ursprüngliche Hoffnungen eines Impfstoffs wurden recht zügig von neuartigen Virusmutationen zerschlagen. Deshalb sieht es danach aus, als würde die nächste Reise noch etwas auf euch warten müssen.

Chancen warten auf euch

Wir leben also in einer Zeit, in der wir warten müssen. Schaut trotzdem positiv in die Zukunft! Nehmt die Pandemie als Chance wahr. Nutzt diese Phase der unvermeidlichen Besinnung und fühlt euch dazu berufen, Neues auszuprobieren. Führt euch Corona auch so sehr wie mir vor Augen, dass das Leben zu kurz ist, um es zu vergeuden? Den Reiseveranstaltern und Menschen, die vom Tourismus leben, wird auf jeden Fall vor Augen geführt, dass ihr Geschäftsmodell vergänglich ist. Auch der Klimawandel trägt zu dieser Vergänglichkeit bei. Daher lassen sich einige Reiseveranstalter möglicherweise (und hoffentlich) zu neuen nachhaltigen Experimenten inspirieren. Dem sanften Tourismus könnte dadurch eine erweiterte Perspektive geboten werden – und somit auch dem Tourismus an sich. Denn möchtet ihr noch vereisen, wenn ihr als Reisende in keinem Ort mehr willkommen seid? Viele Einwohner/-innen in Städten, die von Touristinnen und Touristen überlaufen werden, wissen die aktuelle Ruhe sicherlich zu schätzen.

Berühmte Karlsbrücke in Prag
So leer wie auf diesem Bild zeigt sich die berühmte Karlsbrücke in Prag nur zu Zeiten einer Pandemie © Ivabalk - pixabay

Vorstellungskraft und Overtourism

Versucht euch einmal vorzustellen, wie ihr euch fühlen würdet, in einer Stadt wie Dubrovnik, Barcelona oder Venedig zu wohnen. Kleine gemütliche Cafés müssen internationalen Gastronomieketten weichen und Sportplätze oder Parkanlagen werden durch Kreuzfahrt-Terminals ersetzt. Außerdem findet ihr keine bezahlbare Wohnung mehr und vor eurer Haustür gibt es nur noch Souvenirshops statt Friseure, Apotheken oder Modeboutiquen – definitiv ein verbesserungswürdiger Lebensraum. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen bieten den Bewohnern und Bewohnerinnen solcher viel zu gut besuchten Regionen eine Verschnaufpause.

Dabei wäre es doch schön, wenn diese Verschnaufpause von Dauer ist. Auch wenn ihr und andere Urlauber/-innen diese Orte wieder besucht. Findet daher heraus, was ihr am Reisen am meisten vermisst. Bietet es euch einen Mehrwert auf den Pfaden tausender anderer Touristinnen und Touristen zu laufen oder sagt euch eine kurze Auszeit in der Natur eher zu? Tagesausflüge in die Natur könnt ihr meist mit eurem Rad, einer Regionalbahn oder sogar zu Fuß unternehmen. Verschafft euch in eurem Alltag eine kurze Rast ganz in eurer Nähe. Dabei handelt es sich praktischerweise um die bessere Alternative zu einem Wochenendtrip in eine entfernte Metropole. Das schont die Umwelt und den Gemütszustand der Bewohner/-innen von Wochenendtrip-Zielen. Zudem müsst ihr darauf noch nicht einmal bis zum Ende der Pandemie warten. Legt einfach los und verbringt Zeit an der frischen Luft!

Frau liest ein Buch in einer Hängematte
Schnappt euch ein Buch und genießt Zeit an der frischen Luft © Free Photos - pixabay

Die nächste Reise geht nach …

Es ist übrigens wahrscheinlich, dass euch Reisen durch Deutschland irgendwann zuerst wieder ermöglicht werden. Habt ihr euch deshalb schon einmal mit eurem eigenen Land als Reiseziel auseinandergesetzt? Es lohnt sich. Blickt dabei auch etwas über den Tellerrand hinaus, denn neben den Küsten und Bergregionen sind auch andere Ziele eine Reise wert. Das verstaubte Image hat der Deutschlandtourismus in vielen Orten schon längst durch frische Farbe und neue spannende Konzepte ersetzt. Manchmal sieht man einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht, weshalb die schönen Sehenswürdigkeiten in der Nähe oft unentdeckt bleiben.

Der Traum vom Lieblingsreiseziel

Selbstverständlich gibt es gute Gründe dafür, weshalb einige Reiseziele so beliebt sind. Bei einigen wäre es bedauerlich, diese niemals zu Gesicht zu bekommen. Glücklicherweise gibt es dafür zwei Alternativen: Die erste davon integriert eure Traumdestination in eine längere Reise, sodass die ökologischen Auswirkungen eurer An- und Abreise geringer ausfallen. Mit gegenseitigem Respekt zwischen euch Reisenden und den Einheimischen, sowie eurer aktiven Entscheidung lokal geführte Restaurants, Geschäfte und nachhaltige Unterkünfte zu wählen, schöpft ihr die Vorteile des sanften Tourismus aus.

Die zweite Idee klingt vielleicht ein wenig plump, doch was spricht eigentlich dagegen nur von einem Reiseziel zu träumen? Bereitet euch in dieser kalten Jahreszeit einen warmen Tee zu und lest ein Buch über euer Lieblingsreiseziel. Reiseberichte und -romane eignen sich hervorragend dazu, seine Gedanken schweifen zu lassen und sich ein eigenes Bild der weiten Welt zu schaffen. Falls euch dies nicht genügt und ihr mehr Klarheit erlangen möchtet, bieten sich Reisedokumentationen und Reportagen an. Dadurch werden eure Neugierde und euer Reisedrang nachhaltiger und günstiger gestillt. 

Steigert eure Vorfreude

Kirche des Ortes Ramsau im Berchtesgadener Land
Der idyllische Ort Ramsau ist eine Oase der Ruhe im tourismusgeplagten Berchtesgadener Land © Kordula Vahle - pixabay

Regelmäßige Tipps für gute Bücher, Filme, Artikel und Reportagen erhaltet ihr übrigens auf Instagram (@gently_travel). Interessant ist beispielsweise dieser Artikel der Deutschen Welle über den Ort Ramsau im Berchtesgadener Land.

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Wer schreibt hier?

Mein Name ist Lukas und ich erkunde leidenschaftlich die Welt. Alles begann vor vielen Jahren mit einer Interrail-Tour quer durch Europa. Seitdem hat mich das Reisefieber gepackt. Also war es naheliegend eine Ausbildung bei einem Reiseveranstalter zu absolvieren, weshalb das Thema Reisen auch in meinen beruflichen Mittelpunkt rückte. Mittlerweile befasse ich mich vorwiegend mit alternativen und nachhaltigen Reisezielen. Mit Gently Travel möchte ich diese gerne mit euch teilen.

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