CO2-Kompensation - das bewirkt sie bei eurer Reise
Ablasshandel! Grüner Kolonialismus! Schwindel! Kritiker/-innen der Kompensation von Kohlenstoffdioxid (CO2) verfügen über laute Stimmen. Viele Reisende denken hingegen, dass eine CO2-Kompensation ihren Urlaub nachhaltig oder wenigstens klimaneutral macht. Die meisten von ihnen sparen sich das Geld für geeignete Projekte allerdings komplett.
Reicht CO2-Kompensation für eine nachhaltige Reise aus?
Die nachfolgenden Zeilen informieren euch zum Thema CO2-Kompensation. Somit erfahrt ihr, wie ihr anschließend besser einschätzen könnt, was eine CO2-Kompensation bewirkt und ob sie sinnvoll erscheint. Vorab sei verraten: Eine reine Kompensation machte eure Reise noch nicht nachhaltig. Die Definition von Nachhaltigkeit lässt sich in einem Nachhaltigkeitsdreieck darstellen. Folglich gehören drei wesentliche Aspekte zum nachhaltigen Reisen, das auch als sanfter Tourismus bezeichnet wird. Dieser stützt sich auf das Nachhaltigkeitsdreieck und schließt ökologische Nachhaltigkeit (Umwelt/Klima), ökonomische Nachhaltigkeit (wirtschaftliches Handeln) und soziale Nachhaltigkeit (Arbeitsbedingungen/Menschenrechte) ein. Dieser Artikel behandelt die Frage, ob nachhaltiges Reisen generell möglich ist. Dort wird auch näher auf das Nachhaltigkeitsdreieck eingegangen. Bleibt immerhin noch die Frage, ob ihr mit einer CO2-Kompensation wenigstens klimaneutral reisen könnt.
So funktioniert CO2-Kompensation
Eine CO2-Kompensation zählt zur ökologischen Nachhaltigkeit. Diese verkörpert durch den voranschreitenden Klimawandel einen wichtigen Bestandteil des sanften Tourismus. Das System sieht vor, entstandene CO2-Emissionen auszugleichen. Dafür werden Projekte gefördert, die schädliches Kohlenstoffdioxid mindern. Aus Kostengründen geschieht dies meist in Entwicklungsländern. Außerdem hat die Minderung von Emissionen einen globalen Effekt. Einerseits werden dadurch geringe oder komplett fehlende Budgets für den Klimaschutz in diesen Ländern ausgeglichen, andererseits taucht der Begriff „Grüner Kolonialismus“ auf. Das bedeutet im Wesentlichen: Entwicklungsländer ebnen Bewohnerinnen und Bewohnern von Industrienationen den Weg zu einem guten Gewissen. Es handelt sich daher um eine strittige Vorgehensweise, die trotzdem viele gute Projekte hervorbringt.
Die verschiedenen Projektarten
Wenn ihr euch für eine CO2-Kompensation entscheidet, wird euer Geld in unterschiedliche Projekttypen investiert. Darunter befinden sich Energieprojekte, Senkenprojekte sowie die Veränderung von Produktions- und Entsorgungsprozessen. Das klingt gut, wirft allerdings auch einige Fragen auf. Daher bekommt ihr hier einen kurzen Überblick darüber, was die einzelnen Projektarten bezwecken sollen.
Energieprojekte verfolgen das Ziel, Energie wirkungsvoller und nachhaltiger zu produzieren. Deshalb werden bevorzugt erneuerbare Energieträger, wie Solar- oder Windkraftanlagen, gebaut. Diese reduzieren die Luftverunreinigung im Vergleich zu fossilen Energien, wie Kohle oder Gas. Das dadurch eingesparte Kohlenstoffdioxid gleicht somit einen Teil eures verursachten Kohlenstoffdioxids wieder aus.
Moderne Produktionsprozesse versuchen klimaschädliche Industriegase zu vermeiden. Mit sparsamen Technologien ausgestattet, können Fabriken nachhaltiger produzieren und ihre Waren lagern. Verbesserte Entsorgungsprozesse sollen hingegen verhindern, dass Gewässer und Ökosysteme verunreinigt werden. So wird beispielsweise das austretende Methan auf Mülldeponien aufgefangen und das Recycling vorangetrieben.
Senkenprojekte fördern die Neupflanzung von Bäumen und schützen Wälder und Moore. In diesen wird Kohlenstoffdioxid gebunden und gespeichert, sodass die Atmosphäre erleichtert wird. Insbesondere bei der Neupflanzung handelt es sich allerdings um einen sehr langsamen Prozess, der durch Brände und Schädlingsbefall schnell zunichte gemacht werden kann.
So wird der Treibhauseffekt beeinflusst
Eure CO2-Kompensation bewirkt durch die Unterstützung solcher Projekte etwas Positives. Klimaneutral ist eure Reise dadurch allerdings immer noch nicht. Das liegt schlicht daran, dass es auch andere Treibhausgase gibt, die den Klimawandel begünstigen. Dazu zählen zum Beispiel Stickoxide und sogar Wasserdampf verstärkt den Treibhauseffekt, wenn er in großen Höhen durch Flugzeuge entsteht. Solche Treibhausgase bleiben bei einer CO2-Kompensation unberücksichtigt. Die Sache gestaltet sich also deutlich komplexer als vermutet.
Ein guter Kompromiss für das Klima und euch
Überlegt euch doch daher, was ihr in eurer Region unternehmen könnt. Einige eurer Reisemotive lassen sich möglicherweise in der Nähe erfüllen. Hier findet ihr Inspirationen für eure möglichen Reisemotive. Da ein Großteil des CO2 bei der An- und Abreise in den Urlaub anfällt, lohnen sich längere Reisen. So könnt ihr länger an einem Reiseziel verweilen und es intensiver erleben. Wählt am besten öffentliche landgebundene Transportmittel und entscheidet euch gleichzeitig für eine CO2-Kompensation. Dadurch entsteht ein guter Kompromiss, bei dem ihr profitiert und das Klima ein wenig geschont wird. Welche Anbieter es für die CO2-Kompensation gibt und wie verlässlich sie sind, erfahrt ihr übrigens bald in diesem Blog. Erkundigt euch auch bei den bekanntesten Anbietern atmosfair und myclimate.
Wie steht ihr zur CO2-Kompensation? Haltet ihr sie für einen Ablasshandel oder als sinnvolles Instrument auf dem Weg zu einer nachhaltigen Tourismusbranche? Schreibt es in die Kommentare und erzählt von euren Erfahrungen mit dem Thema.
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Mein Name ist Lukas und ich erkunde leidenschaftlich die Welt. Alles begann vor vielen Jahren mit einer Interrail-Tour quer durch Europa. Seitdem hat mich das Reisefieber gepackt. Also war es naheliegend eine Ausbildung bei einem Reiseveranstalter zu absolvieren, weshalb das Thema Reisen auch in meinen beruflichen Mittelpunkt rückte. Mittlerweile befasse ich mich vorwiegend mit alternativen und nachhaltigen Reisezielen. Mit Gently Travel möchte ich diese gerne mit euch teilen.
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